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Spezialfolien für den Dachausbau

Dampfsperre oder Dampfbremse?

Dampfsperrfolien und Dampfbremsfolien werden oft gleichgesetzt. Jedoch unterscheiden sich die Spezialfolien für den Dachausbau in ihrer Wasserdampf-Durchlässigkeit und ihren Anwendungsbereichen wesentlich voneinander.

Dampfsperre oder Dampfbremse
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Sparren
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Zwischensparrendämmung
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Dampfsperre oder Dampfbremse
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Gipsfaserplatten
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Unterdeckbahn
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Konterlatte
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Dachlatte

Warum ist eine Dampfsperre bzw. Dampfbremse beim Dachausbau notwendig?

Dampfsperren und Dampfbremsen verhindern eine Durchfeuchtung der Bauteile im Dach, insbesondere der Dachdämmung und der Innenverkleidung (z. B. Gipsplatten oder Holzpaneelen). Feuchtigkeit im Dachbereich ist nichts Ungewöhnliches und dort allgegenwärtig:

  • Zunächst einmal enthält die Dachkonstruktion selbst immer eine gewisse Restfeuchtigkeit. Dachlatten bzw. Holzbalken werden zwar vor dem Einbau getrocknet, weisen jedoch stets einen kleinen Anteil an Holzfeuchtigkeit vor. Selbst das Konstruktionsvollholz kann technisch nur auf eine Restfeuchte von 15 Prozent (+/- 3 Prozent) getrocknet werden. Außerdem können auch Tondachziegel einen geringen Wasseranteil aufnehmen und speichern.
  • Eine weitere Feuchtigkeitsquelle stammt aus dem Innenraum. Durch Kochen, Duschen, Pflanzen etc. entsteht Nassdampf, der sich in der Dachkonstruktion absetzt. Allein durch das Atmen produziert jeder Mensch pro Tag rund 1,5 Liter Wasserdampf.
  • Weiterhin stellt Tauwasser eine Gefahr für das Dach dar. Sobald warme und kalte Luft in der Dachkonstruktion zusammentreffen, bildet sich Tauwasser in der Dämmschicht. Dies ist ganzjährig der Fall: Während im Winter die kalte Außenluft auf die warme Heizungsluft stößt, kommt in den Sommermonaten die feucht-warme Sommerluft mit der kühleren Innenraumluft in Kontakt.

Eine Dampfsperrbahn bzw. Dampfbremsfolie wird zwischen der Wärmedämmung (z. B. Zwischensparrendämmung) und der raumseitigen Verkleidung angebracht, um einen Feuchtigkeitsüberschuss nach innen bzw. außen abzugeben. Fehlt dieser Feuchteschutz, sind Zugluft, höhere Heizkosten und eine Durchfeuchtung der Dachdämmung mit Schimmelbildung die Folge.

Dampfsperre bedeutet nicht gleich Dampfbremse!

Der Begriff „Dampfsperre“ ist zwar geläufiger, doch oftmals ist die „Dampfbremse“ gemeint. Die Dampfbremsfolie findet in der Praxis wesentlich häufiger Anwendung als die Dampfsperre. Größtenteils liegt das daran, dass die Dampfbremse nach innen und außen wasserdampfdurchlässig und damit feuchtevariabel ist. Im Sommer, wenn die Außenluft eine höhere Luftfeuchtigkeit enthält, gibt die Dampfbremse die in der Dämmung angesammelte, überschüssige Feuchtigkeit nach innen ab. In den kühleren Morgen- und Abendstunden lässt sich die Feuchtigkeit aus dem Raum dann herauslüften. Im Winter sorgen die Dampfbremsfolien dafür, dass der Feuchtigkeitsüberschuss über den Dämmstoff und die diffusionsoffene Unterdeckbahn nach draußen gelangt.

Die Dampfsperrfolie ist im Gegensatz zur Dampfbremse nur auf einer Seite diffusionsoffen, d. h. sie gibt die Feuchtigkeit nur nach außen ab. Anders ausgedrückt: Die Dampfsperre sperrt die Feuchtigkeit rauminnenseitig ab, wodurch keine Feuchte in den Innenraum gelangen kann. Stattdessen diffundiert die Feuchtigkeit, die sich u. a. in der Dämmung ansammelt, nur nach außen weg.

Wann verwende ich Dampfbremsen und wann Dampfsperren?

Dampfbremse

Wenn nicht bekannt ist, ob eine wasserdampfdurchlässige Unterspannbahn verbaut wurde, sollte man zwingend zu einer Dampfbremsfolie greifen. Eine wasserdichte Unterdeckung wie eine Bitumenbahn verhindert, dass die Feuchtigkeit nach außen abgegeben werden kann. Da die Dampfsperre aber nicht in der Lage ist, die Feuchtigkeit nach innen abzuführen, bleibt sie im Dach gefangen. Prinzipiell gilt: Die Dampfbremse ist im Zweifelsfall immer die bessere Wahl.

Dampfbremse: Wasserdampf diffundiert nach innen und außen
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Tondachziegel
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Sparren
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Zwischensparrendämmung
+
Dampfbremse
+
Innenverkleidung
(z. B. Gipsplatten)
+
Unterdeckbahn
Bei Verwendung der Dampfbremse sind eine wasserdampfdurchlässige Unterdeckung und eine wasserdampfdichte Bitumenbahn möglich.
+
Konterlatte
+
Dachlatte
+
Wasserdampf durch Kochen, Atmen, Duschen etc.
+
Tauwasser und Restfeuchte in der Dachkonstruktion

Wasserdampf diffundiert nach innen und außen

Dampfsperre

Wenn eine diffusionsoffene bzw. gar keine Unterdeckbahn vorliegt, besteht die Möglichkeit, eine Dampfsperre zu verwenden. Allerdings ist bei der Anbringung höchste Vorsicht geboten. Die Dampfsperre verzeiht selbst kleine Fehler bei der Montage noch weniger als die Dampfbremse. Undichte Dampfsperren führen schnell zu Wasseransammlungen und damit zu Feuchtigkeitsschäden. Streng genommen macht die Dampfsperre nur Sinn, wenn die Feuchtigkeit ausschließlich von einer Seite in ein Bauteil eindringen möchte. Dies ist zum Beispiel bei Dampfbädern der Fall.

Dampfsperre: Wasserdampf diffundiert nur nach außen
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Tondachziegel
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Sparren
+
Zwischensparrendämmung
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Dampfsperre
+
Innenverkleidung
(z. B. Gipsplatten)
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Unterdeckbahn
Bei Verwendung der Dampfsperre ist eine wasserdampfdurchlässige Unterdeckung zwingend notwendig.
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Konterlatte
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Dachlatte
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Wasserdampf durch Kochen, Atmen, Duschen etc.
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Tauwasser und Restfeuchte in der Dachkonstruktion

Wasserdampf diffundiert nur nach außen

Was hat es mit dem sd-Wert auf sich?

Dampfbremse und Dampfsperre unterscheidet man mithilfe ihres Wirkungsgrades voneinander. Man spricht hierbei von der äquivalenten Luftschichtdicke (abgekürzt sd-Wert). Der sd-Wert gibt an, wie stark ein Baustoff in Abhängigkeit von Material und Schichtdicke die Durchdringung von Nassdampf verhindert.

Den sd-Wert erhält man, indem man den Wasserdampf-Diffusionswiderstandswert (abgekürzt µ-Wert) mit der Bauteildicke in Metern multipliziert.

sd = µ x d

Der µ-Wert beschreibt um welchen Faktor das betreffende Material dichter ist als eine gleich dicke, ruhende Luftschicht. Beispielsweise hat Holz einen µ-Wert von 50, es ist also 50-mal so dicht wie Luft.

Baufolie Diffusion µ-Wert sd-Wert
Dampfbremse
z. B. PE-Folie (Polyethylen)
Eingeschränkte Diffusion
(diffusionshemmend)
100.000
(PE-Folie ist 100.000-mal so dicht wie Luft)
0,5 m < sd < 1.500 m
Dampfsperre
z. B. Alufolie
Material wirkt für Wasserdampf sperrend
(diffusionsdicht)
1.000.000
(Alufolie ist 1.000.000-mal so dicht wie Luft)
sd ≥ 1.500 m

Je höher der sd-Wert, desto wasserdampfundurchlässiger ist die Baustoff-Schicht. µ- und sd-Werte sind bei der Dampfsperre grundsätzlich größer als bei der Dampfbremse.

Fazit – Dampfsperre oder Dampfbremse?

Dampfbremse Dampfsperre
Dampfdiffusion Folie, die für Wasserdampf auf beiden Seiten begrenzt durchlässig ist. Folie, die für Wasserdampf nur auf einer Seite begrenzt durchlässig ist und die Austrocknung nach innen verhindert.
Beispiel PE-Folie Aluminiumbeschichtete Folie
sd-Wert 0,5 m < sd <1.500 m sd ≥ 1.500 m
Anwendung
  • Mit der Dampfbremse geht man beim Dachausbau auf Nummer sicher.
  • Funktioniert mit wasserdampfdurchlässiger und -sperrender Unterdeckbahn.
  • Nur bei diffusionsoffener bzw. nicht vorhandener Unterdeckbahn.
  • Sinnvoll, wenn die Feuchtigkeit nur von einer Seite in ein Bauteil eindringen möchte (Beispiel Dampfbad).
Vorteile
  • Größerer Anwendungsbereich (auch bei Bitumenbahn als Unterdeckbahn)
  • Geringeres Risiko von Bauschäden
Günstiger
Nachteile Teurer
  • Bei falscher Montage erhöhtes Risiko von Feuchteschäden.
  • Kleinerer Anwendungsbereich
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