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Estriche im Vergleich

Fließestrich oder Trockenestrich?

Ein Bauherr kann heutzutage zwischen Fließestrich, wie Zement- oder Anhydritestrich, oder auch Trockenestrichelementen wählen. Doch wann eignet sich welches Material?

Inhaltsverzeichnis

Trockenestrich oder Fließestrich?Der rohe Fußboden ist normalerweise zu wellig, um darauf direkt den Bodenbelag zu verlegen. Es braucht aus diesem Grund einen Estrich, um den Fußboden zu ebnen und ihn belegbar zu machen. Danach kann der Heimwerker Parkett, Laminat oder Fliesen ohne Probleme verlegen. Er kann als Verbundestrich direkt auf die Rohbaudecke oder als schwimmender Estrich auf einer isolierenden Dämmschicht verlegt werden. Hier gibt es eine Auswahl unterschiedlicher Estricharten – die häufigsten verwendeten Estriche sind der Zementestrich, Anhydritestrich und der Trockenestrich.

Eigenschaften

Fließestrich bedeutet, dass dem Estrich ein Fließmittel zugegeben wird, das ihn weich und selbstnivellierend macht. Er braucht je nach Estrichart ein paar Tage bis Wochen, bis der Heimwerker den Bodenbelag verlegen kann. Wenn im Estrich eine Fußbodenheizung verbaut ist, so heißt er Heizestrich. Zum Fließestrich gehören der Zementestrich und der Anhydritestrich.

Zementestrich ist in Deutschland der meist verwendete Estrich. Er besteht aus Sand, Bindemittel (Zement) und Wasser. Er ist gegenüber Feuchtigkeit resistent und für den Außen- und Innenbereich geeignet. Kälte verträgt er dagegen schlecht. Die Temperatur muss beim Einbringen mindestens fünf Grad Celsius betragen und darf in den drei folgenden Tagen nicht unterschritten werden. Außerdem ist er vor Schlagregen, Zugluft und extremer Wärme zu schützen. Er ist frühestens nach drei Tagen zu betreten. Zementestrich ist jedoch erst nach sieben Tagen voll belastbar, belegbar ist er erst nach zwanzig bis dreißig Tagen. Dann hat er eine Restfeuchte von unter zwei Prozent.

Calciumsulfat- oder Anhydritestrich kommt immer dann zum Einsatz, wenn es schneller gehen muss. Neben dem Anhydrit-Binder besteht er außerdem aus Wasser und Sand mit einer Körnung von 0-8 Millimetern. Die Bauzeit des Anhydritestriches beträgt sieben bis zehn Tage. Er besitzt hervorragende Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeiten, ist daher in Kombination mit einer Fußbodenheizung sehr beliebt. Anhydritestrich verträgt aber keine Feuchtigkeit und ist somit nicht im Außenbereich einsetzbar. Bei Kontakt mit Wasser zerfällt er. Auch die Verwendung im Badezimmer und im Keller ist zu überdenken. Der Estrich kann sich hier verfärben und neigt zur Verpilzung.

Trockenestrich oder Fließestrich?Trockenestrich und Fließestrich haben beide denselben Nutzen: Sie bilden den Untergrund für den Boden im Haus. Trockenestrich besteht aus fertigen OSB- oder Gipsfaser-Platten. Er findet vorwiegend bei Sanierungen von Altbauten und Balkendecken und bei Fertigbauten Verwendung. Bei der Tragfähigkeit ist zu beachten, dass verschiedene Trockenestriche existieren.

Im Rahmen der Planung sollte der Bauherr berücksichtigen, die unterschiedlichen Verkehrslasten aufzunehmen. Gegenläufige und federnde Bewegungen als auch das Durchbiegen der Konstruktion führen zu Schäden an den Fliesen- und Plattenebenen. Große Formate neigen hier eher zu Rissen und zu Brüchen. Zum Schneiden von Trockenestrich eignen sich Handkreissägen mit Führungsschiene und Staubsauger oder elektrische Stichsägen.

Wie funktioniert die Verlegung von Fließ- und Trockenestrich?

Beim Fließestrich ist zunächst der Boden vorzubereiten. Er muss nicht eben sein, denn der Fließestrich gleicht kleinere Unebenheiten aus. Wichtig ist, dass die Randdämmstreifen gut sitzen und die gewünschte Estrichhöhe markiert ist. Anschließend wird die Trittschalldämmung verlegt. Diese muss dicht mit PE-Folie überdeckt sein. Die Folie muss die Randdämmung vollständig bedecken. Danach kann das Auftragen beginnen. Dazu mischt man den Estrich mit der Estrichmaschine ab. Die Verlegehöhe sollte zwischen 4 und 4,5 Zentimeter liegen. Mit einer Wasserwaage und einer Abziehlatte zieht man den Estrich eben ab. Nun muss der Estrich trocknen. Wichtig ist, den Raum gut zu belüften. Bevor auf den Estrich Fliesen oder andere Bodenbeläge kommen, ist eine Grundierung empfehlenswert, damit der Fliesenkleber gut haftet. Die Grundierung sorgt außerdem für eine gleichmäßig saugende Oberfläche und bindet den vorhandenen Staub.

Beim Trockenestrich muss der Untergrund tragfähig, trocken und sauber sein. Die erste Schicht ist eine Dampfsperre auf der gesamten Fläche. Rundherum befestigt man Randdämmstreifen. Dies sorgt dafür, dass der Estrich und der spätere Bodenbelag keine Berührung zu den Wänden haben. Wenn der Boden nicht eben ist, folgt auf die Dampfsperre eine Ausgleichsschüttung. Danach kann das Verlegen der Elemente beginnen. Die erste Platte wird mit einem kleinen Abstand zur Wand ausgerichtet. Leim wird auf die Falz aufgetragen und die nächste Platte angelegt.

Dämmung unter dem Estrich

Ob jemand eine Dämmung unter dem Estrich möchte, hängt jeweils von den Gegebenheiten ab. Grundsätzlich ist sie dort zu empfehlen, wo unter einem geheizten Raum ein ungeheizter Raum liegt. Ein Beispiel wäre hierbei zwischen geheiztem Erdgeschoss und ungeheiztem Keller. Schüttdämmungen sind einfach zu verwenden, haben in der Regel aber schlechtere Dämmwerte als Dämmplatten aus Styropor (EPS) oder aus Styrodur (XPS). Die Bodenplatte darf bei den Dämmplatten keine Unebenheiten aufweisen, da dies die Lage der Platten beeinträchtigt. Styrodur kommt besonders gut für den Keller in Frage.

Wem erhöhte Trittschalldämpfung beim Trockenestrich wichtig ist, dem ist empfohlen, einen Trockenestrich mit einer an der Unterseite aufgeklebten Dämmschicht zu benutzen. Dies ist besonders auf Holzbalkendecken nützlich, da diese oft sehr geräuschintensiv sind. Mineralwolldämmung eignet sich gut für den Schallschutz, ist aber auch weich. Eine Holzfaserkaschierung bietet eine geringere Dämmwirkung, ist dafür aber stabiler. Große Fliesen brauchen hier mehr Stabilität als Parkett oder Linoleum.

Vergleich von Fließ- zu Trockenestrich: Die Übersicht

Fließestrich Trockenestrich
Zementestrich Anhydritestrich
Vorteile Feuchtigkeitsresistent
Einbau ohne körperliche Anstrengung
Fugenlose Verlegung großer Flächen
Geringe bis keine Verformungen
Gute Festigkeitswerte
Gute Wärmeleitfähigkeit
Hervorragend für Fußbodenheizungen geeignet
Kurze Trocknungszeiten
Ökologisch und biologisch unbedenklich
Nicht brennbar
Spannungsarm
Kein Warten auf die Trocknung des Estrichs
Für alle Arten von Bodenbelägen geeignet
Keine zusätzliche Feuchtigkeit im Haus
Einfache und schnelle Verlegung
Der Fugenanteil ist gering
Formveränderungen treten nur sehr selten auf
Nicht brennbar und leicht
Nachteile
  • Kälteempfindlich
  • Lange Trocknungszeiten
  • Großer Feuchtigkeitseintrag
  • Feuchtigkeitsempfindlich
  • Feuchtigkeitsempfindlich
  • Eignet sich nicht mit allen Fußbodenheizungen
  • Er ist in der Regel nicht als eigenständiger Fußbodenbelag zu verwenden
Anwendungs-
bereiche
  • Gesamter Wohnbereich, inklusive Feuchträume
  • Wohnräume, ohne Feuchträume
  • Altbau
  • Um- und Ausbau
  • Fertigbau

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