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Chemische Belastungen

Wohngifte in Innenräumen vermeiden

Statistisch gesehen gibt es in fast jeder Familie ein Familienmitglied, das an einer Allergie leidet. Oftmals ist die Unverträglichkeit auf eine Lebensmittel- oder Tierhaarallergie zurückzuführen. Aber nicht immer: Auch die eigenen vier Wände können durch sogenannte Wohngifte Unverträglichkeiten auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Wohngesunde Baustoffe verwenden

Achten Sie bei der Baustoff-Auswahl auf wohngesunde Baumaterialien. Dazu zählen insbesondere Baustoffe, die über feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften verfügen und frei von Lösungsmitteln, Weichmachern und anderen chemischen Zusatzstoffen sind.

ACHTUNG: Ökologische Bauprodukte sind nicht zwingend gleich wohngesunde Materialien. Zum Beispiel können ökologische Dämmstoffe, wie solche aus Schafwolle, mit gesundheitsgefährlichen Mottenschutzmitteln behandelt worden sein.



Welche Baustoffe sind wohngesund?
1
Fassadendämmung
Hanf oder Holzfaser
2
Wandbaustoffe
Tonziegel, Kalksandstein oder Porenbeton
3
Putze und Farben
Kalkputz, Lehmputz, Lehmfarbe, Silikatfarbe, Leimfarbe oder Abschirmfarbe
4
Möbel
Glasmöbel
5
Küche
Edelstahlküche
6
BodenBoden
a) Bodenbelag:
Naturbelassener Holzboden oder Steinboden (Natursteinboden oder keramische Bodenbeläge)
b) Trockenestrich-Element:
fermacell Trockenestrich-Element greenline
c) Trittschalldämmung:
Holzfaser-Dämmplatte
d) Trockenschüttung:
Blähton oder Perlit
7
Innentüren
Glastüren oder pulverbeschichtete Stahltüren
9
Dachkonstruktion und DachdämmungDachkonstruktion und Dachdämmung
a) Holzbalken
Konstruktionsvollholz (KVH)
b) Dachdämmung
Klemmfilz aus Schafwolle, Hanf, Jute oder Knauf Insulation Glaswolle mit ECOSE® Technology
c) Dichtbahn
pro clima INTELLO
10
Dacheindeckung
Tondachziegel
11
Fenster
Kunststoff-Aluminium-Fenster



Schadstoffe aus modernen Bauprodukten

Nicht nur ältere Baustoffe wie asbest-haltige Wellplatten oder PCB-haltige Fugenmassen stellen eine große Gefahr dar. Baubiologen weisen darauf hin, dass moderne Baustoffe ebenfalls Wohngifte enthalten können.

Wohngift Gesundheitliches Auswirkung Mögliche Erscheinung
Biozide
(z. B. Insektenschutz wie Pyrethroide)
  • Hormonelle Wirkung
  • Krebs
  • Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika
Flammschutzmittel
  • Krebs
  • Nervenschäden
  • Unfruchtbarkeit
  • Bodenbeläge
  • Dämmstoffe
  • Elektroleitungen
  • Lacke
  • Vorhänge
Formaldehyd
  • Astma bronchiale
  • Bindehautentzündung
  • Ekzeme
  • Entzündung der Atemwege
  • Krebs
  • Nierenschäden
  • Dämmstoffen
  • Kleber von Spanplatten und Holzwerkstoffen
  • Lacke
  • Wandfarben
Glykole
  • Atemnotgefühle
  • Hautkrankheiten
  • Nervenstörungen
  • Nierenschäden
  • Kleber
  • Wandfarben
Holzschutzmittel (Propiconazol)
  • Hautreizungen
  • Immunsystemschwäche
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Nervenschäden
  • Schlafstörungen
  • Fensterfarben
  • Lacke
  • Lasuren
  • Türenfarben
Weichmacher
  • Gesundheitliche Beeinträchtigung von Kindern im Mutterleib
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Schädigung der Hoden
  • Unfruchtbarkeit
  • Bodenbeläge
  • Lacke
  • Teppiche
  • Wandfarben
  • Wandputze

Anmerkung zu Holzschutzmitteln: Holzschutz ist eigentlich im Gebäudeinneren nicht mehr erlaubt, die oben genannten Beispiel sind Ausnahmen, die der Gesetzgeber leider zulässt

Einteilung chemischer Schadstoffe

  • Leichtflüchtige gasförmige organische Stoffe (VVOC): Zu den VVOCs zählen solche Schadstoffe, die schnell aus Baumaterialien verdampfen bzw. flüchten können. Sie lassen sich durch Lüften relativ einfach beseitigen. Bleibt die Schadstoffquelle allerdings im Raum, kehren auch die Ausdünstungen zurück. Zu diesen Stoffen zählen z. B. Lösemittel (Alkane, Ester, Ketone usw.), die in Farben und Lacken enthalten sind. Die Lösungsmittel greifen im schlimmsten Fall Leber, Nieren und das Zentralnervensystem an. Auch das farblose und schleimhautreizende Gas Formaldehyd kommt in vielen Spanplatten und Mineralfaser-Dämmstoffen vor.
  • Schwerflüchtige gasförmige organische Stoffe (SVOC): Diese Schadstoffe lösen sich nur langsam aus den Baustoffen und lagern sich an Hausstaubpartikeln und Oberflächen ab. Zu den prominentesten Vertretern gehören Weichmacher wie Phthalate, die u. a. in PVC-Böden und Teppichböden vorzufinden sind. Phthalate können sich hormonell auswirken. Kleine Jungs, die für längere Zeit auf weichmacher-haltigen Teppichböden krabbeln, können somit unfruchtbar werden.
  • Feste, faserförmige Stoffe: Asbestfasern sind faserförmige Schadstoffe, die vor allem in Asbestzement und Glaswolle bis 1995 verarbeitet wurden. Gelangen die dünnen Fasern in die Lunge, führen sie zur Vernarbung der Lungenbläschen (Asbetslunge) und lösen Lungenkrebs, Lungenfellkrebs und Bauchfellkrebs aus. Weiteres zum Thema Asbest lässt sich im „FACTSHEET: Asbest in Bauprodukten“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nachlesen.

Häufige Fragen zu Wohngiften

Helfen Prüfsiegel bei der Auswahl wohngesunder Baustoffe?

Nicht alle auf dem Markt bestehenden Gütesiegel stehen für wohngesunde Baumaterialien. Oftmals prüfen die Institute „lediglich“ auf Umweltfreundlichkeit und nicht auf Wohngesundheit. Als besonders vertrauenswürdig gilt das natureplus und eco-INSTITUT-Label.

Welche Wohngifte sind die gefährlichsten?

Die gefährlichsten Wohngifte sind diejenigen, die man weder riecht noch sieht. Zu den unsichtbaren Wohnbelastungen aus neuen Bauprodukten zählen z. B. Weichmacher, Flammschutzmittel und Formaldehyd.

Welche weiteren Wohnbelastungen sind möglich?

Neben den chemischen Belastungen, geht noch eine Gefahr von physikalischen (Elektrosmog) sowie biologischen Belastungen (z. B. Schimmel) aus.

Was unternimmt man gegen Wohngifte?

Wohngifte reduziert man durch wohngesunde Materialien und durch richtiges Lüften (z. B. über Lüftungsanlagen). Auch das Einbeziehen eines Baubiologens ist empfehlenswert.